Freitag, 29. Juni 2012

Panama City - die Stadt zum Kanal

Schluss mit Segelspass in der Karibik! Mal wieder in einer großen Stadt, in einen Land, welches nicht nur geographisch zwischen Nord- und Südamerika liegt. Auf der einen Seite ist Panama ganz klar Lateinamerika, auf der Andren ist jedoch der Einfluss der USA, insbesondere in Panama City zu spüren. Lange hatten die USA sämtliche Rechte für den Kanal und immer wieder aktiv in die Politik des relativ jungen Landes eingegriffen. Irgendwie hassen die Panameños sie dafur, auf der anderen Seite profitieren sie auch.
Sämtliche Güter diese Welt werden durch den Kanal verschifft. Seine Bedeutung ist nicht nur für Panama immens. Somit kann man in Panama auch wirklich alles kaufen, was das Land passiert. Ich war in Shopping Malls welche alles, was ich an Einkaufszentren vorher gesehen habe in puncto Größe und Auswahl in den Schatten gestellt haben.
Den Kanal an sich besichtigt man am besten an einer der Schleusen. Hier quetschen sich die Ozeanriesen durch, welche weltweit nach den Maßen des Panamakanals konstruiert werden. Als ich dort war passierte gerade ein Containerschiff aus Hamburg die Schleuse. Alemania! Hätte ich grad heimfahren können. Aber mir bleiben ja noch ein paar Tage...

Wettertechnisch ist das hier zur zeit nicht gerade das Gelbe vom Ei. Es ist Regenzeit und die Natur scheint jeden Tag Weltuntergang mit heftigen Gewittern zu proben. Da wird man wieder daran erinnert, dass die Stadt eigentlich mitten im Regenwald liegt.
Während meiner Woche in Panama habe ich es auch einmal geschafft aus der Stadt heraus zu kommen. Ein letztes mal an die karibischen Strände. Zuerst Portobelo, ein ehemals unglaublich wichtiger Hafen der Spanier. Heute ist es ein verfallenes Dörfchen mit verfallenen Befestigungsanlagen welches noch von seiner Geschichte zehrt. Unzählige male wurde Portobelo vom Piraten attackiert, zerstört und wieder aufgebaut. Die heutige Befestigungsanlage ist groestenteils aus Korallen gebaut. Außerdem hat die örtliche Kirche eine Statue eines schwarzen Jesus zu bieten. Und ich dachte immer, er sei Asiate gewesen...

Nach 6 Nächten in Panama bin ich angenehm überrascht von Land und seinen Menschen. Auch wenn in der Nachbarschaft des Hostels wirklich einige seltsame Gestalten umher gelaufen sind und an Straßenecken Domino spielten und nebenher Zigaretten und Alkohol auf dem Schwarzmarkt verkauften; ich habe mich sicher gefühlt.  Man kennt sich. Es gibt weniger Anonymität als ich es schon in anderen Großstädten gesehen habe.
So interessant auch ein Foto von diesen Männern auf der Strasse gewesen wäre - ich hätte gerne eines gemacht - ich weiß nicht wie cool sie das gefunden hätten.

Samstag, 23. Juni 2012

Segeltourn von Kolumbien nach Panama

Tag 1
Gegen Nachmittag laufen wir in Cartagena mit unseren Katamaran "Nacar" aus dem Hafen aus. Für die nächsten 5 Tage werde ich mir das Boot mit 13 Rucksacktouristen, unserem kolumbianischen Kapitän Fabian Arcila, seiner Tochter Cristina welche für uns kocht und dem Matrosen Edwin teilen. Bei einer starken Brise und anständiger Welle segeln wir mit Delphinen und fliegenden Fischen aufs offene Meer. Der Seegang ist stärker als ich erwartet habe und mein Magen, welcher sich schon seit dem Aufstehen seltsam anfühlt, verweigert nach dem Abendessen endgültig die Nahrungsaufnahme. Sprich ich habe die Penne und das Pesto über die Reling gespuckt. Danach folgt eine Nacht mit lauem Magen. Somit ziehe ich es vor Hörbücher auf Deck zu hören, in den Sternenhimmel zu starren und das endlose Nichts an mir vorbei ziehen zu lassen. Ein Tanker in der Ferne, Blitze noch ferner, sonst nur Wasser und Wind.

Tag 2
Bei strahlendem Sonnenschein klettere ich aus meiner Koje und freue mich mit wieder erstarktem Magen auf einen Tag auf offener See. Nach einem feinen Frühstück verteilen sich alle Passagiere auf Deck um mit Büchern und guter Musik über das karibische Meer zu schippern. Gemütlich ist das Leben hier an Bord, Sonnenbrand meine einzige Sorge. Langsam entferne ich mich wieder vom Äquator. Hier geht die Sonne wieder etwas später unter, nicht mehr um 6 uhr sondern schon um halb sieben. Nach dem Abendessen erzählt Fabian Seemannsgeschichten. Er macht den Trip mit Touristen schon seit 1998 und hat so ziemlich alles erlebt, was zwischen Kolumbien und Panama auf dem Meer so passieren kann. Später übernehme ich eine Nachtschicht um nach anderen Booten ausschau zu halten und lasse Sternschnuppen und fluoreszierendes Plankton in unserer Heckwelle an uns vorbeiziehen.

Tag 3
Heute weckt mich das Geräusch der Ankerkette. Während es noch rattert strecke ich meinen Kopf nach draußen und sehe um den Sonnenaufgang um halb 6, umgeben von kleinen Inselchen voller Palmen. Bis zum Mittagessen habe ich bereits in verschiedenen Riffen rund ums Boot herum geschnorchelt und weiße Sandstrände unter Kokosnusspalmen abgelaufen. Im Meer versteckt sich eine unheimliche  und riesige Fülle von Leben. Insbesondere die ca. 70cm langen Hummer, die 30cm  Durchmesser Seesterne und Rochen mit ca. 1m Spannweite sind atemberaubend, besonders will man ja wieder an der Oberfläche Luft holen muss.
Nach dem Mittagessen schnorcheln wir weiter und machen Saltos vom Katamaran ins türkisblaue Wasser. Nun bin ich definitiv im Paradies angekommen. Genau so hatte ich es mir hier vorgestellt. Mit Rum-Cola lassen wir den Tag im Sonnenuntergang ausklingen und unterhalten uns noch bis spät in die Nacht über Gott und die Welt.

Tag 4
Wieder weckt mich die Ankerkette. Wir motorsegeln zu anderen Inselchen. Über 360 Stück der San Blas Inseln liegen hier vor der Küste Panamas verstreut. Nach dem nächtlichen Gewitter ist die See noch ruhiger als zuvor. Unterwegs passieren wir Delfine und ein Krokodil. Zeit wieder schnorcheln zu gehen...
Ein weiterer wunderbarer Tag folgt, perfektioniert vom Abendessen mit den Kuna, den indigenen Menschen, welche auf den San Blas Inseln leben. Sie sind das unabhängigste Volk Amerikas und leben hier vor der Küste Panamas nach ihren eigenen Regeln. Fabian hat für uns Hummer von anderen Kunas gekauft, welche von befreundeten Kunas für uns zubereitet werden. Ich habe zwar noch nie zuvor Hummer gegessen, glaube aber, dass ich unheimliche Mengen von feinstem Fleisch verschlungen habe.

Tag 5
Was gibt es noch groß zu sagen. Wir haben wieder unsere Ankerstelle verändert. Egal wo, hier ist es überall wunderbar.Die San Blas Inseln erfüllen absolut die Vorstellung von Paradies für jedermann. Ein weiter genialer Tag zieht ab mir vorbei.

Tag 6
Heute morgen geht es früh los. Es ist an der Zeit Nacar zu verlassen, auch wenn es allen schwer fällt. Mit dem Speedboot gehts ab in Richtung Land. Von dort aus holen uns Geländewagen ab, welche uns nach Panama City bringen. Die Straße gibt es erst seit wenigen Jahren. Vorher war das Gebiet hauptsächlich per Flugzeug erreichbar. Die Fahrt gleicht einer Achterbahn. Tausende Kurven und Hügel führen uns durch den Dschungel bis wie nach 3 Stunden die Wolkenkratzer von Panama City am Horizont erblicken.

Sonntag, 17. Juni 2012

Cartagena - wunderschöne koloniale Stadt voller Kleinkrimineller

5 Tage habe ich im Hostel von Santa Marta vor mich hin vegetiert. Dank Emma war ich wenigstens die ganze Zeit gut mit Mango-Maracuya-Fruchtsäften versorgt. Dann hatte ich endlich kein Fieber mehr und es war an der Zeit weiter zu ziehen, auf nach Cartagena.
Die Altstadt von Cartagena ist wunderschön und voller farbiger kolonialer Bauten. Die feuchte Hitze macht das Leben hier allerdings recht anstrengend. Am Besten man macht's so wie die Einheimischen und macht alles etwas langsamer und vor Allem im Schatten.
Die Schönheit der Stadt ist allerdings auch ihr Fluch. In den hübschen Gässchen tummeln sich eine gefühlte Million Touristen. Und viele Einheimische haben ganz offensichtlich entschieden, dass sie auch ihren finanziellen Teil abhaben möchten. Das Problem ist die Art und Weise wir sie das anstellen. Wenn man hier nicht von morgens bis abends gut aufpasst wird man radikal übers Ohr gehauen. An jeder Ecke. Endloses aushandeln eines jeden Preises, denn jeder verkauft Alles zu sehr individuellen Preisen. Und moechte diese dann auch bezahlt bekommen.

Der Höhepunkt der Abzocke ist Playa Blanca. Ein eigentlich wunderschöner Stand auf einer der Rosario Inseln. Leider fängt die Touristenabzocke schon bei den Bötchen an, mit welchen man zum Stand kommt. Festgesetzte Preise gibt es natürlich nicht.
Dort angekommen staunen wir doppelt. Über den weißen Stand und das kristallklare Wasser genauso wie über die Horde von Menschen welche uns schon beim anlanden Austern, Massagen, Cocktails und Kettchen verkaufen wollte. Nach vier gratis Probemassagen und einigen Austern mit Limonen sind wir Strandabwärts geflohen. Erst als wir den Strand etwas herunter gelaufen waren, konnten wir dem Kommerz entkommen. Ja, hier gibt es auch nette Menschen, günstige Strandhütten und Ruhe. Man muss es nur finden. Wenn gegen Nachmittag dann wieder alle Boote mit der Touristenmeute zurück nach Cartagena fahren ist der Stand sogar richtig schön. Und die Kokosnusscocktails schmecken richtig gut.
Nachts offenbart dann das Karibische Meer hier ein ganz besonderes Geheimnis. Fluoreszierendes Plankton. Von außen nicht zu sehen muss man in der Dunkelheit baden gehen.  Sobald man sich im Wasser bewegt wird das Plankton zum leuchten animiert. Um den ganzen Körper herum schwimmen quasi tausende kleine Wasserglühwürmchen, sogar unten an den Füßen. Wir haben uns darüber gefreut wie kleine Kinder. Das Gefühl ist unbeschreiblich. Wir waren einfach in diesem badewannentemperatur Wasser und haben vor Freude gelacht. Einzigartig! Leider lässt sich diese Erfahrung fotografisch nicht festhalten, diese Erfahrung habe ich nur in meinem Kopf abgespeichert.

An nächsten Tag kamen dann die Boote und die Touristen zurück und mit ihnen die Probleme. Natürlich hatten wir schon die Rückfahrt bezahlt, was die Leute aber nicht davon anhielt zu behaupten unser Boot sei voll und wir muessten erneut etwas zahlen. Sie wurden sogar geradezu aggressiv, als sie gemerkt hatten, dass wir das nicht mit uns machen lassen. Nach endlosen und recht aussichtslosen Disskussionen mussten wir damit drohen zur Polizei zu gehen. Nach der Drohung mit der Polizei war alles angeblich nur Spaß, sie meinten ich solle nicht so ernst sein. Daraufhin habe ich ihm erklärt, dass ich Deutscher bin und dementsprechend seeehr ernst. Das heißt aber nicht, dass das Thema damit erledigt war. Wieder wollte man uns nur gegen Zahlung auf die Boote lassen. So traurig es auch war, wir mussten uns im Endeffekt tatsächlich die Unterstützung eines Polizeibeamten holen. Erst dann konnten wir nach über 40 Minuten Diskussion an Bord eines Bötchens klettern. Wenn man hier nicht ganz gut aufpasst... Sie können einem fast den schönsten Stand ruinieren.
Die vorangegangenen fiebrigen Tage und der tägliche Kampf in Cartagena haben mich daran erinnert, was zu Hause alles besser ist. Und da gibt es unzählige Beispiele. So interessant und toll das Leben hier auch ist - es hat leider auch viele Schattenseiten.
So kommt es, dass ich das letzte Vorrundenspiel von Deutschland sogar in einer deutschen Bar geschaut habe und zu jedem Tor einen Jägermeister aufs Haus getrunken habe. Ein Stück Heimat in der Ferne. Und Kolumbianer in Deutschlandtrikots sind sowieso cool. So habe ich mir im Gegenzug auch ein Kolumbientrikot zugelegt. Vielleicht sind sie ja bei der nächsten WM dabei...
Morgen gehts nochmals auf zu einem der letzten Höhepunkte auf meiner Reise. Ein fünftägiger Segelturn mit einem Katamaran nach Panama. Die letzten Vorbereitungen sind gerade im Gange und ich kann es kaum mehr erwarteten! Bericht folgt!

Freitag, 8. Juni 2012

Karibik - Sonne, Palmen, Strand und Meer

Schon seit Anfang meiner Reise hätte ich diesen Wunsch in meinen Kopf. Karibik. Kokosnüsse und Rum unter Palmen. Und jeden Tag baden. So hat es mich zuerst nach Taganga verschlagen. Einst ein kleines Fischerdörfchen, hat sich hier der Tourismus in den letzten Jahren breit gemacht, auch mit seinen hässlichen Seiten wie Müllbergen und Taschendieben. Doch trotzdem ist Taganga immer noch ein super Ort um ein paar Tage abzuhängen - abends immer mit einer gewissen Vorsicht. Eigentlich wolle ich dort nur einen Tauchschein machen und bin im Endeffekt eine Woche dort geblieben. Das Leben in der Karibik ist einfach zu unbeschwert. Die Tage vergehen, ohne, dass man etwas davon bemerkt. Apropos Tauchschein - ich darf nun auf der ganzen Welt auf bis zu 18m tauchen. PADI open water diver! Und das ganze in nur 3 Tagen. Es war übrigens gar nicht so leicht die Theorie ernsthaft zu lernen. Schließlich gibt es immer was anderes zu tun. Baden, in der Hängematte liegen, Fruchtcocktails schlürfen usw...
Der Hauptteil des Kurses waren natürlich die Tauchgänge. Dieses Gefühl der Schwerelosigkeit, umgeben von Fischen in allen Farben ist unglaublich. Insbesondere Meeresströmungen sind unter Wasser eine super Sache. Man treibt, ohne sich anstrengen zu müssen, entspannt in der Strömung am Riff entlang.

Zwischendurch war ich noch in Minca, einem kleinen Dörfchen im Küstengebirge. Wir mussten einfach mal der Hitze für einen Tag entfliehen. Wieder mal ein richtig schöner Ort mit Wasserfällen und gutem Kaffee. Die Fahrt zum auf 600m gelegenen Dörfchen war aufgrund der Kombination Müllauto und Müllstrasse mal wieder recht abenteuerlich. Aber daran habe ich mich ja mittlerweile gewöhnt. Trotzdem, hier an der Karibikküste ist der Verkehr besonders chaotisch. Tausende Kleintransporter werden mit viel zu vielen kleinen Sitzen vollgestopft und fahren hupend und viel zu schnell durch schlecht asphaltierte Straßen...

Danach war ich am Costeño beach. Wahrscheinlich hört es sich schon nervig an - aber auch dieses ist ein wunderbarer Ort mit kleinen Hütten und vielen Hängematten unter Palmen am weißen Strand. Kokosnüsse tagsüber und Kokosmilch mit Rum am Lagerfeuer nach Sonnenuntergang. Eigentlich ist es ein Surfcamp, doch aufgrund der großen Wellen und der Strömung nur für gute Surfer geeignet. So war es eher ein Volleyballcamp. Genau so stelle ich mir das Paradies vor. Am besten mit etwas kühleren Nächten, dass man besser schlafen kann und ohne Moskitos.
 Hier wäre ich gerne noch länger geblieben. Jedoch hat mich vorgestern ein schweres Fieber, begleitet von Schweiß, Kopf- und Rückenschmerzen ermattet. So habe ich es vorgezogen mich nach Santa Marta zu quälen und ins Krankenhaus zu gehen. Hier kursieren genug schlimme Krankheiten, die man wirklich nicht in fortgeschrittenem Stadium haben möchte. Der Doktor meinte ich habe jedoch nur eine schwere Grippe. (Wenn ich ihn korrekt verstanden habe, er hat ganz schön schnell in seinen imaginären Bart genuschelt) Und dann hat mir eine Spritze mit gelblicher Flüssigkeit in den Hintern injiziert. Nun heißt es abwarten...