Höhepunkt war der Ausflug ins Valle de Cocora. Alte, schöne Geländewagen aus den 50er Jahren (das normale Fortbewegungsmittel hier oben) fahren regelmäßig in dieses unwirkliche Tal voller Wachspalmen. Die Schönheit dieses atemberaubenden Ortes ist einzigartig. Die Wachspalme wird bis zu 70m hoch und wirkt mit ihrer Schlankheit fast unecht. Weiter hinten im Tal und höher in den Bergen gibt es wohl noch größere Palmen. Dort konnte man vor einigen jahren jedoch unbewaffnet nicht hingehen, da diese Gebiete fest in der Hand der FARC waren. Erst hardliner Präsident Uribe, welcher 2002 an die Macht kam, konnte die Guerillas in die wirklich aller hintersten Winkel Kolumbiens zurückdrängen. Es gibt sie zwar immer noch - aber ihre Macht haben sie durch allgegenwärtige Militärpräsenz zu einen großen Teil verloren. Auch die einfachen Menschen, welche die FARK früher einmal unterstützt haben, haben ihre Meinung geändert. Die Rebellen sind fast nirgendwo mehr willkommen. Das heißt aber natürlich nicht, dass das Problem gelöst wurde. Es wurde vielmehr verschoben. Kolumbien ist leider immer noch weit davon entfernt ein Land ohne Korruption und Guerillas zu sein. Aber zumindest städtische Regionen sind recht sicher. Abgesehen von den "normalen" Ueberfällen, wie es sie hier in jeder Grossstadt gibt. Man könnte sich sogar richtig sicher fühlen, wenn man nicht wüsste, dasss e mehr gibt als man sieht. Der Grossteil der Bevoelkerung ist leider immer noch sehr arm.
Nach Salento habe ich mich in den Bus nach Bogotá gesetzt. Zurück in die Zivilisation. Zurück in den Lärm einer Großstadt. Am Terminal wurde ich gleich freundlich von Daniel, seinem Mitbewohner Carlos und einen weiteren Freund abgeholt. Gib dort aus sind wir direkt ins Kino gegangen. Man in Black 3 - in 3D. Ja, hier in Bogotá gibt es Shopping- und Erlebniscenter wie in Europa. Ausserdem gibt es hier richtig viel Kultur, für garantiert jeden Geschmack. Ein weiteres mal hat mich Kolumbien erstaunt. Hab ich wieder mal was dazu gelernt. Auch wenn es immer noch den Kampf gegen die Guerillas gibt, heißt das nicht, dass der Rest vom Land still steht. Für den Verkehr in Bogotá trifft das allerdings zu. Im Zentrum geht morgens und abends gar nichts.
Wenn man in Bogotá ist, darf man sich auf keinen Fall das Goldmuseum entgehen lassen. Die Bank von Kolumbien hat hier bereits über 34000 Gold-, meist Schmuckstücke zusammen gesammelt und stellt diese nun der ganzen Welt zur schau. Diese Sammlung ist sicherlich einzigartig und ein Beleg für die damalige Fortschrittlichkeit und den künstlerischen Sinn der indigenen Völker. Sie waren hervorragende Schmiede und Töpfermeister. Fur mich ist das interessante im Vergleich zu europäischen indigenen Zeugnissen, dass hier eine ganz andere Symbolik benutzt wurde. Fledermäuse, Frösche, Echsen und Vögel. Keine Löwen und Bären...



