Freitag, 20. April 2012

Nazca - größte Sanddüne der Welt

Auf meinem weg von Cusco nach Lima gab es für mich noch einen wichtigen Zwischenstop. Nazca, eigentlich bekannt für die Nazcalinien. Die Inkas haben hier die Umrisse verschiedener Tiere in gigantischen Ausmaßen in die Wüste gemalt. Man betrachtet die Zeichnungen normalerweise bei einem Rundflug. Doch diese bekannteste Attraktion war nicht mein Ziel. Ich hatte was ganz anderes im Kopf. Zelten auf dem Gipfel der höchsten Sanddüne der Welt und am nächsten Morgen eine Abfahrt mit den Sandboard. Musste ich nur noch einen Guide zu einem bezahlbaren Preis finden. Nachdem ich sämtliche Reisebüros von Nazca abgeklappert hatte hatte ich ein gutes Angebot. Es war zwar nicht günstig, aber viel günstiger als alle anderen. Das Problem war, dass Niemand eine bereits bestehende Gruppe hatte. So bin ich am Nachmittag mit meinem Guide die Düne hochklettert. Auf dem Gipfel haben wir unser Zelt aufgeschlagen und im Sonnenuntergang ein paar kleine Probeabfahrten absolviert. Im Nachhinein waren Sonnenauf- und Untergang fast genialer als das Sandboarden an sich. Das Licht war einfach unbeschreiblich. Und danach versinkt alles um die Düne herum im dunklen Nichts.
Am nächsten Morgen folgte dann die Abfahrt. 600 Höhenmeter auf dem Sandboard sind richtig fett! Unten angekommen war ich einfach nur glücklich und bereit um nach Lima zu fahren.

Donnerstag, 19. April 2012

Cusco - im Zentrum des Inkareichs

Nun bin ich in Peru angekommen. Dort ist meine erste Station Cusco. Eine wunderbare Stadt, voller Kolonialbauten und Kirchen. Die längste durchgehend bewohnte Stadt Südamerikas und die am längsten gehaltene Festung der Inkas. Nachdem die Spanier hier vor 500 Jahren ankamen und schulussendlich Cusco erobert hatten, hat es viele Leute hier hoch verschlagen, weg von Lima, ins ehemalige Zentrum des Inkareichs. Nachdem die Spanier die Inkas auch hier unterjocht hatten, haben sie sich jede Menge Mühe gegeben, die lokale Kultur und Religion zu übertrumpfen. Mit Erfolg. Auch wenn es im Zentrum noch einige Mauern der Inkas zu besichtigen gibt, ist der Rest der Stadt eine Demonstration europäischer Baukunst und des Christentums.


Wir haben hier ein super Hostel gefunden und gleich für den nächsten Tag einen viertägigen "Jungle Trek" gebucht. Höhepunkt dieser Wanderung war ganz klar Machu Picchu am letzten Tag. Doch zuvor galt es die Region zu erkunden. Wir hatten mal wieder die Tour für den kleineren Geldbeutel gebucht und mussten somit eine unprofessionelle Organistin in Kauf nehmen. Das ging gleich mal damit los, dass wir mehr Personen als Sitzplätze im Auto waren, welches uns auf den Gipfel eines Berges gefahren hat. Danach folgten 4 Stunden begab Fahrrad fahren, runter in den Dschungel. Das war schön - aber nach der Death Road für mich fast etwas unspektakulär. Mit geteerter Straße - für Anfänger... Abends sind wir in Santa Maria angekommen und unser Guide überraschte uns damit, das unser Hostel voll war. Dafür fand er uns ein anderes Zimmer mit Tür zum Innenhof einer Bar. Nunja, wir haben das Beste daraus gemacht und gleich mal ein Bier bestellt. Am nächsten Tag ging es durch den Dschungel. Oder viel mehr wilde Plantagen. Es war wie eine Wanderung durch die Obstabteilung im Supermarkt. Hier wächst so ziemlich alles tropische was man sich vorstellen kann. Kaffee, Kakao, Avocados, Papayas, Maracuias, Bananen und sämtliche andere Früchte und Schoten, deren Namen ich mit nicht merken könnte. Natürlich auch jede menge Kokapflanzen. Übrigens, eine ungeröstete Kaffeebohne schmeckt süß.




Am dritten Tag ging's von Santa Theresa durch den regnerischen Wald immer den Bahngleisen hinterher hoch zu Agua Calientes, auch Machu Picchu Town genannt. Unsere mickrigen Mahlzeiten haben uns erneut daran erinnert, dass wir einen günstigen Trip gebucht hatten. Aber gut, man nimmt's wie's kommt. Wie so viele andere Sachen. Zum Beispiel gute Matratzen oder richtige Bettdecken. Aber so viel habe ich gelernt, wenn man müde ist, kann man fast in jedem Bett schlafen. Genau so ist das mit gutem Essen oder einer Dusche mit genug Wasserdruck und Temperatur. Genial wenn man es hat. Aber man überlebt auch mit weniger. Am letzten Tag dann endlich Machu Picchu. Um 04:30 sind wir in Aguas Calientes los marschiert. Zwischen uns und der verlorenen Inkastadt lagen Dunkelheit, 2000 zu hohe Stufen, und mindestens 1000 Schweißperlen. Um 6 Uhr wurde die Pforte geöffnet und wir konnten als eine der ersten Personen den atemberaubenden Ausblick im Sonnenaufgang genießen. Dort oben angekommen ist man einfach nur glücklich und zu tiefst beeindruckt. Um 7 uhr konnten wir dann Huainapicchu, den Gipfel besteigen. Nochmal ein paar hundert Höhenmeter mehr. Und ein erneut genialer Ausblick. Von oben konnten wir die Menschenmassen beobachten, wie sie in Machu Picchu einströmen. Wir waren richtig glücklich unsere geführte Tour nicht gemacht zu haben und vor den anderen 1000 täglichen Besuchen diesen Ort zu bestaunen. Ab circa 8 Uhr ist die verlorene Inkastadt dann schließlich alles andere als verloren. Danach gingen wir erneut endlose Stufen herab zum Mond Tempel und der großen Höhle. Im Nachhinein ein Fehler, schließlich waren wieder mal knapp 500 Höhenmeter Unterschied. Und wir mussten ja auch wieder zurück... Um halb elf waren wir so erschöpft, das wir erstmal einen frühen Mittagsschlaf zwischen den Ruinen gemacht haben.






Die nächsten zwei Tage haben wir uns in Cusco erholt. Mit vielen Fruchtsäften vom Markt und ziemlich guten peruanischen "Cusqueña" Bier.

Donnerstag, 12. April 2012

Lago Titicaca y hasta luego Bolivia

Bolivien ist schon ein außergewöhnliches Land. Die alltäglichen Gegensätze sind nicht zu übersehen. Reichtum und Armut. Freundliche, offene Menschen und verschlossene, urige Bolivianer, die den weißen Gringos nicht über den Weg trauen. Teures, schlechtes Bier und billiges, gutes Kokain. Dicht zugebaute Städte und endlos weite, fast menschenleere Landschaften. Gepflegte touristische Zonen und vermüllte, stinkende Nebenstraßen. Die moderne Welt voller Plastik hat hier leider schneller Einzug gehalten als das Verständnis Abfall anständig zu entsorgen.
So fanden wir am Titicacasee neben der wunderschönen endlosen Weite dieses Andenmeeres leider auch ein mit PET-Flaschen vermülltes Ufer vor.
Trotzdem habe ich die 2 Tage in Copacabana (Bolivien, nicht Brasilien) sehr genossen. Aufgrund des Regens haben wir uns dazu entschieden die Isla del Sol nicht zu besichtigen. Man sagt, das Inkareich wurde hier gegründet. Doch was ist schon eine Sonneninsel im Regen?
Folglich haben wir uns in den nächsten Bus nach Cusco, Peru gesetzt. Das Ende im Preisparadis Bolivien. Doch der Anfang eines neuen Landes, das es auch kennen zu lernen gilt.




Montag, 9. April 2012

La Paz

La Paz Entwürfe
10. Apr.
Da man sich in Bolivien auch mal Luxus gut leisten kann, haben wir uns dazu entschieden mit dem besten Nachtbus und "full cama" nah La Paz zu fahren. Was super anfing endete nach zwei Stunden abrupt mit einen explodierten Reifen. Nach vier Stunden nächtlicher Reparatur waren die Radmuttern wenngleich gelöst. Doch das entblößte Kugellager und die Achse zerfielen daraufhin in ihre rostigen Einzelteile. Folglich Ersatzbus. 10 Stunden unbequeme Sitze und Frieren in der Nacht des bolivianischen Hochlands. Genau so hab ich mir bolivianische Busse je auch eigentlich vorgestellt.
La Paz, die größte und wichtigste Stadt Boliviens liegt in einem Talkessel. Sie ist in den letzten 10 Jahren rasant gewachsen, was ab den lieblos hingeklatschten Backsteinhäusern außerhalb des Zentrums zu erkennen ist. Auch der Regierungssitz wurde von Sucre nach La Paz verlegt. Sucre bleibt aber offiziell die Hauptstadt. Hier treffen Moderne und Tradition aufeinander. Mit den entsprechenden Geld kann man hier eigentlich alles kaufen. Nur hat das fast niemand. Evo Morales, der amtierende Praesident hat mit grossen Wahlversprechen und mehr Rechten fuer die Indios 75% der Waehlerstimmen erlangen koennen. Mittlerweile scheint der Koka-Bauer allerdings sein wahres Gesicht gezeigt zu haben. Zugestaendnisse an die Indios macht er genau dann, wenn sie ihm etwas nuetzen. Auf der anderen Seite steht die Industrie, So moechte er eine grosse Strasse durch einen weitgehend unberuehrten Nationalpark bauen oder hat sich einen der teuersten Duesenjet bestellt. Korruption ist Alltag.  Mittlerweile hat er wohl nurnoch 25% des Volkes hinter sich.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass hier sämtliche Menschen auf die Straße urinieren. Männer, Kinder und auch die traditionell gekleideten Frauen. Dazu gehen sie - egal wo - in die Hocke und urinieren unter ihren Rock. Und das ganze mitten in der Menschenmenge.

Zum Geburtstag habe ich mir die "World most dangerous Road" gegönnt. Vom leicht verschneiten Gipfel auf 4700m brettert man mit Mountainbikes auf fast tropische 1200m herunter. Außer ein paar Schürfwunden habe ich mir zum Glück keine ernsthafte Verletzung zugezogen. Nach ca. 10m hat mich meine blockierende Vorderbremse gleich mal über den Lenker katapultiert. Das war weniger schön, der Rest des Tages dafür genial! Allerdings sind die endlosen Kreuzte am Straßenrand schon bedenklich.



Eine weitere Attraktion, die man in La Paz keinstenfalls verpassen darf ist Cholitas Wrestling - traditionell gekleidete Frauen die so tun als ob sie sich die Birne einschlagen. Eine durchaus seltsame Unterhaltung, aber amüsant. Insbesondere die fliegenden Röcke sehen beim Kämpfen richtig gut aus. Jedoch war die Vorstellung teilweise so schlecht, dass ein großer Teil des Unterhalungswertes in der Amateurhaftigkeit bestand.


Was nun noch auf meiner to-do liste gefehlt hat war Paragliding. Da an diesem Tag niemand anderes fliegen wollte, hatte ich für wenig Geld mein privates Team, bestehend aus Pilot und Assistent. Glücklicherweise hatte der Pilot genau so viel Lust zum fliegen wie ich, so dass wir noch etwas auf bessere Verhältnisse gewartet haben und den größeren Schirm genutzt haben um länger in der Luft zu bleiben. Vom Gipfel konnten wir zirka noch weitere 400m mit der Thermik aufsteigen. Dieses Gefühl war unglaublich. Insbesondere wenn man von einer Böe einfach hochkatapultiert wird oder spiralförmig in den Sinkflug geht.


Alles in allem ist La Paz eine interessante Stadt. Aber für mich dann doch etwas z laut und dreckig. Zeit weiter zu ziehen!

Freitag, 6. April 2012

Sucre

Sucre, die ehemalige Hauptstadt und studentische Hochburg Boliviens ist eine wunderbare Stadt. Wir haben uns von Potosi aus dorthin eine 2,5 sündige Taxifahrt für rund 6 Euro geleistet. Sie wird auch weisse Stadt genannt, will hier die Gebäude hauptsächlich weiß angestrichen sind. Eher eine Ausnahme in Bolivien. Das Zentrum voller Kolonialbauten lädt zum bummeln ein. So auch unser wunderschönes Hostel.
Mein persönlicher Höhepunkt der Stadt war der Markt mit tausenden Früchten und den netten Señoras die unglaubliche Fruchtshakes zubereiten. Hier haben wir auch gesehen wie katholisch Bolivien ist. Am Palmsonntag war die ganze Stadt mit Palmblättern unterwegs und abends sind die Kirchen vor lauter Menschen übergequwollen.

Um das Umland zu erkunden haben wir die Non-Profit Organisation Condortrekkers ausgewählt. Nicht nur, weil es in Bolivien keine ausgewiesenen Wanderwege gibt. Condortrekkers unterstützt auch die Gemeinden und deren Schulen, welche man auf der dreitägigen Tour durchquert. Somit waren wir in den Dörfern stets willkommen und haben mit einer Horde von zuerst scheuen und dann frechen Schülern Fußball gespielt. Auf knapp 4000 Metern eine krasse Herausforderung für uns. Und eine super Erinnerung.
Angefangen hatte unsere Wanderung auf einem Stück Inkatrail, welcher noch zu Zeiten vor der Kolonialisierung der Spanier genutzt wurde. Da gerade das Ende der Regenzeit ist, hatten wir bereits gutes Wetter und immer noch eine wunderbar grüne Landschaft.
Außerdem haben wir auf unserer Wanderung Fussspuren von Dinosauriern Bewertungen können. Diese sind heute noch sichtbar, weil einige dieser Urechsen damals durch die noch zähflüssige Lava gelaufen sind. Kaum vorstellbar, wie lange das schon her ist.