Samstag, 23. Juni 2012

Segeltourn von Kolumbien nach Panama

Tag 1
Gegen Nachmittag laufen wir in Cartagena mit unseren Katamaran "Nacar" aus dem Hafen aus. Für die nächsten 5 Tage werde ich mir das Boot mit 13 Rucksacktouristen, unserem kolumbianischen Kapitän Fabian Arcila, seiner Tochter Cristina welche für uns kocht und dem Matrosen Edwin teilen. Bei einer starken Brise und anständiger Welle segeln wir mit Delphinen und fliegenden Fischen aufs offene Meer. Der Seegang ist stärker als ich erwartet habe und mein Magen, welcher sich schon seit dem Aufstehen seltsam anfühlt, verweigert nach dem Abendessen endgültig die Nahrungsaufnahme. Sprich ich habe die Penne und das Pesto über die Reling gespuckt. Danach folgt eine Nacht mit lauem Magen. Somit ziehe ich es vor Hörbücher auf Deck zu hören, in den Sternenhimmel zu starren und das endlose Nichts an mir vorbei ziehen zu lassen. Ein Tanker in der Ferne, Blitze noch ferner, sonst nur Wasser und Wind.

Tag 2
Bei strahlendem Sonnenschein klettere ich aus meiner Koje und freue mich mit wieder erstarktem Magen auf einen Tag auf offener See. Nach einem feinen Frühstück verteilen sich alle Passagiere auf Deck um mit Büchern und guter Musik über das karibische Meer zu schippern. Gemütlich ist das Leben hier an Bord, Sonnenbrand meine einzige Sorge. Langsam entferne ich mich wieder vom Äquator. Hier geht die Sonne wieder etwas später unter, nicht mehr um 6 uhr sondern schon um halb sieben. Nach dem Abendessen erzählt Fabian Seemannsgeschichten. Er macht den Trip mit Touristen schon seit 1998 und hat so ziemlich alles erlebt, was zwischen Kolumbien und Panama auf dem Meer so passieren kann. Später übernehme ich eine Nachtschicht um nach anderen Booten ausschau zu halten und lasse Sternschnuppen und fluoreszierendes Plankton in unserer Heckwelle an uns vorbeiziehen.

Tag 3
Heute weckt mich das Geräusch der Ankerkette. Während es noch rattert strecke ich meinen Kopf nach draußen und sehe um den Sonnenaufgang um halb 6, umgeben von kleinen Inselchen voller Palmen. Bis zum Mittagessen habe ich bereits in verschiedenen Riffen rund ums Boot herum geschnorchelt und weiße Sandstrände unter Kokosnusspalmen abgelaufen. Im Meer versteckt sich eine unheimliche  und riesige Fülle von Leben. Insbesondere die ca. 70cm langen Hummer, die 30cm  Durchmesser Seesterne und Rochen mit ca. 1m Spannweite sind atemberaubend, besonders will man ja wieder an der Oberfläche Luft holen muss.
Nach dem Mittagessen schnorcheln wir weiter und machen Saltos vom Katamaran ins türkisblaue Wasser. Nun bin ich definitiv im Paradies angekommen. Genau so hatte ich es mir hier vorgestellt. Mit Rum-Cola lassen wir den Tag im Sonnenuntergang ausklingen und unterhalten uns noch bis spät in die Nacht über Gott und die Welt.

Tag 4
Wieder weckt mich die Ankerkette. Wir motorsegeln zu anderen Inselchen. Über 360 Stück der San Blas Inseln liegen hier vor der Küste Panamas verstreut. Nach dem nächtlichen Gewitter ist die See noch ruhiger als zuvor. Unterwegs passieren wir Delfine und ein Krokodil. Zeit wieder schnorcheln zu gehen...
Ein weiterer wunderbarer Tag folgt, perfektioniert vom Abendessen mit den Kuna, den indigenen Menschen, welche auf den San Blas Inseln leben. Sie sind das unabhängigste Volk Amerikas und leben hier vor der Küste Panamas nach ihren eigenen Regeln. Fabian hat für uns Hummer von anderen Kunas gekauft, welche von befreundeten Kunas für uns zubereitet werden. Ich habe zwar noch nie zuvor Hummer gegessen, glaube aber, dass ich unheimliche Mengen von feinstem Fleisch verschlungen habe.

Tag 5
Was gibt es noch groß zu sagen. Wir haben wieder unsere Ankerstelle verändert. Egal wo, hier ist es überall wunderbar.Die San Blas Inseln erfüllen absolut die Vorstellung von Paradies für jedermann. Ein weiter genialer Tag zieht ab mir vorbei.

Tag 6
Heute morgen geht es früh los. Es ist an der Zeit Nacar zu verlassen, auch wenn es allen schwer fällt. Mit dem Speedboot gehts ab in Richtung Land. Von dort aus holen uns Geländewagen ab, welche uns nach Panama City bringen. Die Straße gibt es erst seit wenigen Jahren. Vorher war das Gebiet hauptsächlich per Flugzeug erreichbar. Die Fahrt gleicht einer Achterbahn. Tausende Kurven und Hügel führen uns durch den Dschungel bis wie nach 3 Stunden die Wolkenkratzer von Panama City am Horizont erblicken.

2 Kommentare:

  1. Hallo Valentin,
    bin eine Freundin von Uschi Klink und finde deine Bilder fantastisch und den Text dazu teilweise spannend wie ein Krimi! Ich wünsche dir noch verbleibende schöne Tage
    herzlichst
    Ingrid Zink

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  2. Liebe Ingrid,
    es freut mich, wenn dich meine Berichte gut unterhalten, ich habe ja mehr Leser als ich wusste:-)
    Vielen dank, ich werde die letzte Zeit noch ausgiebig genießen.
    Liebe grüße aus Panama City
    Valentin

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