Nach unserer Zeit im Seegebiet hat es uns nördlich gezogen, mit der
Hoffnung stabilere Wetterverhältnisse vorzufinden. Also haben wir und in
den Bus nach Villarica gesetzt. Doch leider ging der Plan nicht ganz
auf. DIE Sehenswürdigkeit, der Vulkan Villarica, hat sich in unseren 4
Tagen Aufenthalt nicht einmal gezeigt. Dementsprechend konnten wir ihn
auch nicht besteigen. Allerdings haben wir uns im gemütlichen Hostel
Torre Suiza einquartiert. Hier hieß sogar der Hund Röschti ;-) Vom sehr
touristischen Städtchen Pucon aus, welches nur 30 Minuten von Villarica
entfernt liegt gibt es so ziemlich jede Outdoor-Aktivität die man sich
vorstellen kann. Wir (genauer gesagt ich) haben uns für Wildwasser
Rafting entschieden. Endlich war der Regen der letzten Tage von Vorteil.
Der Fluss führte so viel Wasser, dass man gerade noch Raften konnte,
mehr wäre zu viel gewesen. Perfekt! Und sogar Hanna hat nach
anfänglichen Sorgen richtig Spaß gehabt. Am folgenden Tag haben wir uns
in den Thermen erholt. Man konnte zwischen unterschiedlich temperierten,
natürlich erwähnten Becken, bis zu 45° wählen.
Nach den ganzen Touristentrubel haben wir etwas ruhigeres gesucht und
gefunden. Der Parque National Conguillio östlich von Temuco. Dieser ist
berühmt für seine Araucarien, sehr besondere Bäume, die nur in dieser
Region natürlich vorkommen. Wir haben uns für den ruhigen, südlichen
Zugang zum Park entschieden, vom Dorf Melipeuco. Hier ist es so ruhig,
dass die Unterkunft und der Transfer zum Park vorher nicht planbar
waren. Außerdem war hier aller teuer als gedacht, obwohl es nicht viele
Touristen hat. Zuerst wurden wir zu einer Cabaña mitten im nirgendwo
gefahren. Von dort aus waren wir die nächsten Tage zu Fuß kaum
weggekommen, bis zum Park wäre es auch kaum möglich gewesen an einem Tag
hin und zurück zu laufen. Damit waren wir noch einverstanden gewesen.
Allerdings war die Hütte sehr heruntergekommen. Wir mussten Pedro darum
bitten uns zurück zu fahren. Allerdings konnten wir noch bei anderen
Cabañas anhalten. Und hier hat es uns sofort gefallen. Wenn auch nicht
günstig, haben wir die folgenden 3 Nächte in der Cabaña von Pedro und
Patricia geschlafen. Sie wohnen neben an und produzieren alles, was sie
so zum Leben brauchen selbst. Dementsprechend liefen auch die ganze Zeit
Hühner, Schweine (mit Ferkeln), Hunde und 4 Babykatzen um unsere Hütte.
Wir wurden zum Once (Mate und selbstgemachte Snacks) eingeladen und
haben auch an letzten Tag gemeinsam das selbstgebackene Brot
gefrühstückt. Die Gastfreundschaft war wunderbar, wenn auch die
Gespräche teils schwer waren, da die Beiden absolut kein englisch
sprechen. Nachts haben wir mit unserem Kamin geheizt. Wir wurden beide
eingeladen zurückzukommen und bei ihnen im Haus zu wohnen. Pedro meint,
ich sollte doch ein Praktikum im Park machen...
Außerdem war die vulkanische Landschaft keine 100 Meter entfernt, da die
Cabaña die letzte vor dem Parkeingang ist. Der Park rund um den Vulkan
Llaima bietet eine teils mondähnliche Landschaft sowie die besagten
Araucanienwälder, welche laut Hanna aussehen wie die Wälder im Film
Avatar. Auch die Laguna Arcoiris ist eine Besonderheit des Parks. Ich
habe in meinem Leben noch nie so kristallklares Wasser gesehen. Alles in
allem hat es uns hier sehr gut gefallen, sodass der Abschied schwer
fiel. Als wie an der Bushaltestelle auf unseren Bus nach Temuco gewartet
haben hielt einfach ein Auto an und fragte ob wir nach Temuco müssen.
Daraufhin sind wir mit Erwin zurück in die Stadt gefahren. Da die
Chilenen ein sehr gutes Bild von Europa und insbesondere Deutschland
haben ist man hier immer willkommen.
In Temuco musste ich mich dann von Hanna verabschieden. Sie wurde von
ihrer Gastfamilie abgeholt und für mich ging es mit dem Nachtbus weiter
nach Santiago. Eine gemütliche und schöne Zeit des gemeinsamen Reisens
ist nun vorbei. Der Abschied fiel jedoch schwer, da wir uns nun bis Juli
nicht mehr sehen werden. Hanna macht jetzt ihr Praktikum an der
deutschen Schule und ich sehe mal, was dieser Kontinent noch so zu
bieten hat...
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