Sonntag, 4. März 2012

La Araucania - Villarica und Melipeuco

Nach unserer Zeit im Seegebiet hat es uns nördlich gezogen, mit der Hoffnung stabilere Wetterverhältnisse vorzufinden. Also haben wir und in den Bus nach Villarica gesetzt. Doch leider ging der Plan nicht ganz auf. DIE Sehenswürdigkeit, der Vulkan Villarica, hat sich in unseren 4 Tagen Aufenthalt nicht einmal gezeigt. Dementsprechend konnten wir ihn auch nicht besteigen. Allerdings haben wir uns im gemütlichen Hostel Torre Suiza einquartiert. Hier hieß sogar der Hund Röschti ;-)  Vom sehr touristischen Städtchen Pucon aus, welches nur 30 Minuten von Villarica entfernt liegt gibt es so ziemlich jede Outdoor-Aktivität die man sich vorstellen kann. Wir (genauer gesagt ich) haben uns für  Wildwasser Rafting entschieden. Endlich war der Regen der letzten Tage von Vorteil. Der Fluss führte so viel Wasser, dass man gerade noch Raften konnte, mehr wäre zu viel gewesen. Perfekt! Und sogar Hanna hat nach anfänglichen Sorgen richtig Spaß gehabt. Am folgenden Tag haben wir uns in den Thermen erholt. Man konnte zwischen unterschiedlich temperierten, natürlich erwähnten Becken, bis zu 45° wählen.
Nach den ganzen Touristentrubel  haben wir etwas ruhigeres gesucht und gefunden. Der Parque National Conguillio östlich von Temuco. Dieser ist berühmt für seine Araucarien, sehr besondere Bäume, die nur in dieser Region natürlich vorkommen. Wir haben uns für den ruhigen, südlichen Zugang zum Park entschieden, vom Dorf Melipeuco. Hier ist es so ruhig, dass die Unterkunft und der Transfer zum Park vorher nicht planbar waren. Außerdem war hier aller teuer als gedacht, obwohl es nicht viele Touristen hat. Zuerst wurden wir zu einer Cabaña mitten im nirgendwo gefahren. Von dort aus waren wir die nächsten Tage zu Fuß kaum weggekommen, bis zum Park wäre es auch kaum möglich gewesen an einem Tag hin und zurück zu laufen. Damit waren wir noch einverstanden gewesen. Allerdings war die Hütte sehr heruntergekommen. Wir mussten Pedro darum bitten uns zurück zu fahren. Allerdings konnten wir noch bei anderen Cabañas anhalten. Und hier hat es uns sofort gefallen. Wenn auch nicht günstig, haben wir die folgenden 3 Nächte in der Cabaña von Pedro und Patricia geschlafen. Sie wohnen neben an und produzieren alles, was sie so zum Leben brauchen selbst. Dementsprechend liefen auch die ganze Zeit Hühner, Schweine (mit Ferkeln), Hunde und 4 Babykatzen um unsere Hütte. Wir wurden zum Once (Mate und selbstgemachte Snacks) eingeladen und haben auch an letzten Tag gemeinsam das selbstgebackene Brot gefrühstückt. Die Gastfreundschaft war wunderbar, wenn auch die Gespräche teils schwer waren, da die Beiden absolut kein englisch sprechen. Nachts haben wir mit unserem Kamin geheizt. Wir wurden beide eingeladen zurückzukommen und bei ihnen im Haus zu wohnen. Pedro meint, ich sollte doch ein Praktikum im Park machen...
Außerdem war die vulkanische Landschaft keine 100 Meter entfernt, da die Cabaña die letzte vor dem Parkeingang ist. Der Park rund um den Vulkan Llaima bietet eine teils mondähnliche Landschaft sowie die besagten Araucanienwälder, welche laut Hanna aussehen wie die Wälder im Film Avatar. Auch die Laguna Arcoiris ist eine Besonderheit des Parks. Ich habe in meinem Leben noch nie so kristallklares Wasser gesehen. Alles in allem hat es uns hier sehr gut gefallen, sodass der Abschied schwer fiel. Als wie an der Bushaltestelle auf unseren Bus nach Temuco gewartet haben hielt einfach ein Auto an und fragte ob wir nach Temuco müssen. Daraufhin sind wir mit Erwin zurück in die Stadt gefahren. Da die Chilenen ein sehr gutes Bild von Europa und insbesondere Deutschland haben ist man hier immer willkommen.
In Temuco musste ich mich dann von Hanna verabschieden. Sie wurde von ihrer Gastfamilie abgeholt und für mich ging es mit dem Nachtbus weiter nach Santiago. Eine gemütliche und schöne Zeit des gemeinsamen Reisens ist nun vorbei. Der Abschied fiel jedoch schwer, da wir uns nun bis Juli nicht mehr sehen werden. Hanna macht jetzt ihr Praktikum an der deutschen Schule und ich sehe mal, was dieser Kontinent noch so zu bieten hat...












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