Sonntag, 11. März 2012

Santiago und Valparaíso

Kaum war ich im heißen Santiago angekommen, brachte ich mein Gepäck ins Hostel und mache mich auf den Weg den Cerro San Cristobal zu erklimmen. Mit einem kleinen Bähnchen, etwas größer als die Polybahn, fährt man auf diesen kleinen Berg, welcher anscheinend der größte Stadtpark der Welt ist und mitten in der Stadt liegt. Von oben konnte ich mir ein Bild von Santiago machen, wie hier 6,5 Millionen Menschen von Bergen eingekesselt leben. Santiago ist sicherlich die am meisten westlich orientierte Stadt Südamerikas. In den Parks wimmelt es nur so von Joggern und Stadt-Mountainbikern, Allee ist sehr sauber und auch die Metro ist im Vergleich zu Buenos Aires oder Paris viel sauberer und sicherer. Kaum war ich oben angekommen ruft jemand hinter mir meinen Namen. Und da steht Darío, einer der 3 Chilenen, mit denen Hanna und ich schon in Cochamó wandern waren. Unfassbar, kaum angenommen läuft mir genau einer der 3 Menschen die ich in Santiago kenne über den Weg. Hier wohnen ja nur 6,5 Millionen Andere.
So habe ich nur einen Nacht im Hostel geschlafen und mich danach bei Darío und seiner Mutter einquartiert. Die 2 sind super nett und haben ein hübsches Häuschen mit einem Garten. Und in Santiago kann man den Garten perfekt nutzen um bis spät in der Nacht zu grillen. Außerdem waren wir 2 mal bouldern.
Von dort aus habe ich mich nach Valparaíso begeben, der kulturellen Hauptstadt, wie zumindest die Einwohner von Valpo sagen. Von Santiago ist Valparaíso in nur 1,5 Stunden Richtung Meer zu erreichen. Die alle Hafenstadt war vor der Öffnung des Panamakanals bis 1912 der wichtigste Hafen Südamerikas zwischen Kalifornien und Europa. Viele Leute mit Geld haben sich in der Hochzeit der Stadt dort niedergelassen. Heute ist das nur noch an der Architektur ehemals wichtiger Gebäude und schöner Stadtresidenzen zu erkennen. Leider sind einige Gebäude recht heruntergekommen, weil das Geld fehlt, doch auch dass macht den Charme Valparaísos aus. Vom Hafen gingen einst knapp 30 Bähnchen zu dem schönen Vierteln auf dürre Hügel hoch. Heute sind  nur noch 3 in Betrieb. Oben auf den Hügeln kleben hübsche Häuschen in allen Farben. Hinzu kommen die vielen Wandmalereien, die diesem Ort so eine gemütliche Atmosphäre verleihen. Und auch das Nachtleben, ist absolut empfehlenswert mit vielen Bars, live Musik und jeder Menge Terremoto, einem Wein, Pisco, Zitroneneis Mischgetränk.
Zurück in Santiago habe ich noch mal bei Darío übernachtet. Und auf 2 lange Nächte in Valpo folgte eine Dritte in Daríos Garten mit seinen Freunden und richtig vielen Grillwürstchen.
Jetzt fahre ich über die Anden nach Mendoza, ein letztes Mal nach Argentinien. Genau genommen stehen wir allerdings gerade. Aufgrund starker Regenfälle hat  eine Gerölllawine die Straße unter sich begraben und zeitweise unpassierbar gemacht. Insgesamt hat sich die Reisezeit von 7 Stunden auf knapp 16 Stunden mehr als verdoppelt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen