Als ich am Donnerstag mit Nils und Joel in Potosi angekommen bin habe ich gesehen, dass mein Reiseführer recht hat. Potosi shocks. Über 200 tausend Menschen leben hier auf über 4000m über dem Meeresspiegel. Vor über 350 Jahren haben hier die Spanier angefahren Silber mit Minen aus dem Berg zu holen. Damals war Potosi ein Grundpfeiler der Spanischen Wirtschaft und die reichste Stadt Südamerikas. Es gibt sogar das Gerücht, dass bis zum heutigen Tag so viel Silber in den Minen Potosis abgebaut wurde, dass man daraus eine Brücke bis nach Spanien bauen könnte. Heute geben die Minen leider nicht mehr all zuviel her. Übrig bleibt nur ein Zentrum mit vielen alten, prunkvollen Gebäuden und prächtigen Kirchen. Um das Zentrum herum sieht man eine arme Stadt, welche von den immer magereren Silberminen lebt.
Die Besichtigung der Minen war eines der extremsten Erlebnisse meiner Reise bisher. Es ist kein Museum, sondern der Arbeitsplatz der Minenarbeiter, welche hier ihr täglich Brot allzu hart verdienen und im Schnitt mit 45 an Lungenversagen sterben. Wir sind mehrere hundert Meter tief durch uralte Tunnel in den Berg gekrochen, teilweise auf allen Vieren. Mit uns hatten wir Alkohol, Kokablätter und Dynamit. Geschenke für die "Mineros" um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Besonders der 98 Prozentige Alkohol, des sie zur Hälfte mit Wasser mischen hat sie erfreut. Sie nennen dieses grausame Gemisch scherzhaft "Whisky Boliviano"und trinken davon bereits unter Tage recht viel. Hinzu kommen Staub, Schwefel und teilweise Arsen in der Luft. Kein Ort an dem man sich freiwillig längere Zeit aufhalten möchte. Nach 2 Stunden waren wir erleichtert, verdreckt und verschwitzt wieder an Tageslicht. Eine sehr interessante aber nicht unbedingt schöne Erfahrung. Dennoch sind die Männer stolz auf ihre Arbeit.
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