Kolumbien ist unbeschreiblich. Kolumbien ist ein Lebensgefühl. Kolumbien ist Fiesta, Salsa und Gastfreundschaft. Kolumbien ist einfach großartig, ich liebe dieses Land bereits nach 5 Tagen!
Insbesondere die Hilfsbereitschaft der Menschen macht dieses Land zu einem Erlebnis. Und dafür habe ich in den letzten Tagen bereits mehr Beispiele erlebt, als ich hier wiedergeben könnte.
Sei es der Polizist, der uns nach Dämmerung aus dem Park begleitet hat und am nächsten Tag zum Busbahnhof gebracht hat oder die Studenten, welche uns im Naturhistorischen Museum von Popayan herumgeführt und später zu einer Hausparty ihrer Freunde eingeladen haben. Diese Party war übrigens einzigartig. Die Großeltern völlig entspannt bis morgens um 4 uhr im Wohnzimmer während die Jugend auf dem Dach zu Salsa, Rumba, Cumbia und Reggaeton tanzt. So funktioniert Kolumbien. Und alle sind glücklich und zufrieden.
Somit war meine erste Station in Kolumbien, die Studentenstadt Popayan, eine perfekte Begrüßung. Und ganz nebenbei hat Popayan auch ein wunderschönes altes koloniales Zentrum und ähnelt sehr den Städten Cusco und Sucre.
In Cali habe ich mich mit Daniel, einem Freund von meinem Freund Tobias getroffen. Da Cali die Stadt des Salsa ist sind wir am Samstagabend mit seiner Freundin und anderen Kollegen in eine Salsa-Bar gegangen. Über die Tanzkünste der Caleños konnte ich nur staunen. Jedem scheint hier der Rhythmus in die Wiege gelegt worden zu sein.
Für die folgenden zwei Tage hat mich Daniel zum Campen mit Freunden eingeladen. So haben sie mich an nächsten morgen abgeholt und nach San Cipriani, einem Nationalpark an der Pazifikküste, mitgenommen. Ein sehr beliebter Park für kolumbianische Wochenendtouristen, ausländische Touristen schaffen es jedoch kaum bis hier hin. Nach 3 Stunden kurviger Fahrt haben wir das Dörfchen erreicht. Von dort aus führen nur Gleise in den Park. Einen Zug gibt es jedoch nicht. Dafür aber selbstgebaute Wagons, welche hauptsächlich aus Brettern mit viel zu kleinen Rädchen bestehen und von Motorrädern angetrieben werden, welche mit dem Hinterrad ebenfalls auf der Schiene fahren. Abenteuerlich und absolut chévere (cool).
Im Park angekommen, haben wir unser Zelt aufgeschlagen und sind im Fluss baden gegangen. Eigentlich ist es hier viel zu heiß, aber der Regen kühlt ab. Man könnte auch sagen, eigentlich regnet es hier viel zu viel, aber man läuft einfach den ganzen Tag in der Badehose herum. Diese feuchtheissen klimatischen Verhältnisse resultieren in einem wunderschönen Regenwald und einer sehr entspannten Lebensweise. De Facto fühlt man sich hier wie im tiefsten Dschungel Afrikas, da die ehemaligen Sklaven heute die gesamte Pazifikküste bewohnen und zumindest hier heute ihren Lebensunterhalt damit verdienen die Touristen in den Park zu fahren oder im Park zu bekochen.
Die Hauptattraktion ist es jedoch den Fluss auf Gummischläuchen herunterzufahren. Dafür können die Kolumbianer eigentlich hierher. Dazu trinken auch gerne Alkohol, was in einem Fall zu einem weniger schönen Zwischenfall geführt hat. Zuerst dachten wir, dass das Pärchen Flussaufwärts Spaß machen würde, doch dann haben wir erkannt, dass sie tatsächlich um Hilfe riefen. Also haben wir alle Kraft zusammengenommen und sind so schnell wir könnten zu ihren geschwommen. Das Mädchen war zwar nicht weit weg vom Ufer, war aber von Reifen gefallen und konnte offensichtlich nicht schwimmen. Ihr Freund konnte ihr jedoch auch nicht helfen - vermutlich weil er völlig auf Drogen war. Anders konnte ich mir das nicht erklären. Wir sind zum Glück gerade noch rechtzeitig angekommen um sie aus dem Wasser zu ziehen und halbwegs zu beruhigen. Ich möchte nicht wissen wie das sonst ausgegangen wäre. Die Zwei waren wie paralysiert, das Mädchen meinte sie habe den Tod bereits gefühlt - aber wie kann man auf einem Reifen den Fluss runterfahren ohne schwimmen zu können, ohne Schwimmweste und unter Drogeneinfluss???
Angesehen davon haben wir die zwei Tage sehr genossen und an Lagerfeuer stundenlang darüber geredet wie und warum Kolumbien einfach anders als der Westen ist. Daniel meint, das viele Probleme, welches das Land in der Vergangenheit hatte darauf zurückzuführen sind, dass man damals hier einfach versucht hat das Land europäisch zu organisierten. Aber das geht nicht. Kolumbien ist nicht in Europa, Kolumbien ist im Regenwald, in den Anden und in der Karibik. Das Leben ist anders, die Mentalität ist anders. Dementsprechend muss auch die Organisation anders sein. Kolumbianisch. Nicht besser, nicht schlechter. Anders.


Das klingt alles wahnsinnig toll! Hoffe du kannst es noch ausgiebig geniessen und ganz liebe Grüsse an Alle!
AntwortenLöschenBring mir mal so n Motorradwagen mit. Dann bin ich nicht mehr auf die Bahn und ihre Verspätungen angewiesen ;)
AntwortenLöschenHey Tobi, ja, das Ende meiner Reise rückt näher, aber ich werde den Rest garantiert auch noch genießen! Das geht ja fast gar nicht anders, da musste man sich schon recht dumm anstellen.:-)
AntwortenLöschenUnd Philipo, wir bauen so einen wagen einfach selbst! Rudelmobil, welches auf den Gleisen aus dem Industriegebiet in die stadt fährt;-)