Donnerstag, 22. März 2012

Hornaditas con Clarita y Hector Lamas



Es ist Zeit in den Norden zu gehen habe ich beschlossen. Schluss mit dem faulen Leben in Mendoza. Und schon gings los. 24 Stunden Bus und ich bin in einer anderen Welt angekommen, in Hornaditas. Hornaditas sind ein paar Häuser, circa 40 Familien, 17 km nördlich vom Dorf Humahuaca, in der Provinz Jujuy, nicht mehr weit von der Grenze zu Bolivien. Der Übergang zu Bolivien ist hier fließend. Man spricht zwar noch den argentinischen Dialekt, aber ansonsten erinnert nicht mehr viel an Argentinien. Hier oben auf 3200m gibt es keine Asados mit viel Rindfleisch sondern ziemlich viel vegetarische Kost, hauptsächlich mit Mais. Ich wohne hier mit Clara und Hector, sowie ihren zwei Töchtern Gaby und Carolina. Das Haus aus Lehmziegeln ist einfach, es gibt kein Warmwasser, keine Dusche, kein Internet, nicht mal Handyempfang. Doch das macht aber gar nichts. Die Landschaft ist einzigartig, die Menschen sind super nett und die Kinder helfen überall mit, am liebsten bei den Ziegen. Tagsüber wird Brot gebacken, Käse und Marmelade hergestellt und sämtliche Speisen auf Maisbasis zubereitet. Und alles wird von Hand gemacht. Mittlerweile bin ich schon recht professionell im Ziegen melken. Besonders die Ziege mit dem Rieseneuter ist cool, da kommt echt viel Milch raus. Die Familie versucht uralte Traditionen zu erhalten und lebt auf Böden, welche schon von den ur-ur-ur-Großeltern bewirtschaftet wurden.

Hier hat alles seine Geschichte, wie auch der 300 jährige Kaktus neben dem Dorfplatz, den sie liebevoll Abuelacardon, also Omakaktus nennen.
 Außerdem zeigen sie gerne die Sehenswürdigkeiten ihrer Region. So haben wir schon einige uralte Inkamalereien besichtigt. Der Höhepunkt war allerdings die Landschaft bei den Inka-Höhlen. Hectors Opa hat hier in der Nähe gelebt, und somit betrachtet Hector dies als sein Land. Morgens um halb sieben vor Sonnenaufgang haben wir den Bus genommen, welcher uns in die Nähe der Höhlen gebracht hat. Bevor wir die Landschaft betraten haben wir zu Mutter Erde gebetet, für den Reichtum der Natur gedankt und Alkohol über Kokabätter geträufelt. Danach haben wir auch Kokablätter gekaut - gegen Kopfschmerzen, welche beim Wandern auf dieser Hohe schnell auftreten. Die Landschaft die uns danach erwartet hat, war einfach nur Atemberaubend. Das Massiv aus roten Sandsteinfelsen scheint wie von einer andern Welt. Und dazu haben wir die ganze Zeit Kaktusfrüchte gegessen. Mal wieder einfach nur ein perfekter Tag. 
An einen anderen Tag war ich mit anderen Gästen aus Buenos Aires in Iruya, einem Dorf hinter einem 4000m hohen Pass am Ende der Welt. Von Iruya gibt es nur eine Straße in eine Richtung. Umgeben von Felswänden in allen Farben ist auch dies ein ganz außergewöhnlicher Ort. Und die Busfahrt zu Jenem sowieso - atemberaubend, zum Einen wegen der schönen Landschaft und zum Anderen wegen dem Fahrstil des Busfahrers.

Clarita und Hector wollen mich kaum mehr gehen lassen, nachdem sie in mir eine gute Hilfskraft entdeckt hatten. Doch es geht weiter, und so weiter...

2 Kommentare:

  1. Sooo schön! Erst jetzt sehe ich wieder dein Blog (so beschäftigt bin ich!!!) Und ich sehe, dass du mittlerweile so viel gemacht und gesehen und gelern hast! Es freut mich sehr!!!
    Liebe Grüsse aus Córdoba

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  2. Hola natalia!
    Ja, mittlerweile habe ich wirklich schon viel gesehen, gelernt und genossen. Die Woche bei Clara und Hector war aber ein ganz besonders Erlebnis. Vielen Dank nochmal für diesen wertvollen Kontakt!
    Liebe grüße aus Bogota, auch ab den Rest deiner Familie!

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